Kunst, Pädagogik, Lernen aus lebendiger Erfahrung – das sind die Lebensbereiche, die mir seit langem wichtig sind. Ihre gegenseitige Verbindung zu pflegen, ist ein wichtiges Ziel in meiner pädagogischen Arbeit. Dahinter steht die Erkenntnis: Kunstwerke sind nicht nur Gegenstand der Betrachtung. Sie sind auch Ausdruck von Auseinandersetzungen des Künstlers oder der Künstlerin mit sich selbst und der Welt. Sie spiegeln Gedachtes ebenso wider wie Unbewusstes. Sie verdichten menschliche Erfahrung. Kunstwerke sind „geronnenes Leben“. Zu ihnen treten wir im Schauen, im Hören in Beziehung. So kann in uns durch Wahrnehmen, Empfinden, Denken und Sprechen neues Leben entstehen – unser Leben als Antwort auf das Leben, das uns im Werk begegnet. Kunst ist also bereits in sich ein Korrespondenzgeschehen. Dementsprechend besteht die Aufgabe von Erwachsenenbildung, ja von Pädagogik überhaupt darin, solche wechselseitige Beziehung anzuregen, damit sich das Werk dem Menschen öffnet und der Mensch sich dem Werk.
Dieses wechselseitige Sich-öffnen ist ebenso zentral für Kommunikation und Wahrnehmung – auch das Schwerpunkte meiner pädagogischen Arbeit. Mittelpunkt meiner beruflichen Tätigkeit war der Lehrstuhl für Erwachsenenpädagogik der Universität Leipzig, den ich von 1993 bis 2008 leitete. Zuvor arbeitete ich als Pädagogischer Leiter der Arbeitsgemeinschaft für Evang. Erwachsenenbildung in Bayern / Tutzing (1979 bis 1993) und davor an verschiedenen Stellen in der Erwachsenenbildung und an den Universitäten Bamberg und Erlangen. Vor dem Zweitstudium der Pädagogik mit Schwerpunkt Erwachsenenbildung und dem Erststudium der Theologie und Soziologie absolvierte ich eine Berufsausbildung zum Redakteur an Tageszeitungen bei der „Augsburger Allgemeine“, und schon damals faszinierte mich beim z.B. Umbruch einer Seite oder bei der Lehre in der Handsetzerei der Zusammenhang von Ausdruck, Kommunikation und Gestaltung.
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